Gott,
ich möchte glauben können,
dass du mich hinter all meinen Gesichtern
kennst und liebst.
Ich möchte glauben können,
dass du mich verstehst:
die Rollen, die ich spiele,
die Gedanken, die ich verstecke,
den Krampf, unter dem ich selbst leide
und nur zu oft meine Mitmenschen auch.
Ich möchte glauben können,
dass du das alles verstehst:
als wäre es ein unausgesprochenes Gebet,
ein Hilferuf nach Leben.
Ich möchte glauben können,
dass du da bist:
auch für mich da bist,
wo auch immer ich bin,
dass ich für dich nie verloren bin.
Ließe ich mich auch ins Weltall schießen:
dass du da bist.
Flüchtete ich aus dem Leben:
dass du da bist.
Flöge ich zu den fernsten Meeresstränden:
dass du da bist.
Ach, Gott, das möchte ich glauben können.
Dann würde sich mein Lärm und meine Hektik
in große Ruhe verwandeln.
Mein Verstummen wäre zu Ende,
und ich würde Worte finden.
Aus der Flucht in den Schlaf
würde der Mut für den Tag.
Meine Dunkelheiten
würden zu einem neuen Morgen.
Ich möchte glauben können:
dass ich dein Wunder bin
das ich annehme und entdecken will.