Nicht selten tragen wir Menschen manch Unversöhntes in uns: Streit, der nicht aus der Welt geräumt wird. Ärger, der kein Ventil nach außen gefunden hat.
Verletzungen, die sich tief in unsere Seele gebrannt haben. Missbrauchtes Vertrauen, das Liebe zu Hass werden lies.
Eine kleine Geschichte von Elisabeth Heck verdeutlicht, welche fatale Wirkung es haben kann, wenn Menschen es nicht schaffen, von Zorn, Streit und Ärger zur Versöhnung zu finden:
Warum schlägst du deinen Hund? frage ich das Kind. Mein Bruder hat mich geschlagen! antwortet das Kind. Warum schlägst du den Kleinen? frage ich seinen Bruder. Mein Vater hat mich geschlagen! antwortet der Junge. Warum schlägst du deinen Sohn? frage ich den Vater. Vielleicht antwortet er, Meine Eltern schlugen mich auch als Kind! Die Kette ist lang, wird länger, umschließt die Welt. Wir sind gefangen, wenn nicht einer, der Stärkste, sich befreit, um das Kleine zu schützen.
Elisabeth Heck
„Christ sein bedeutet das Recht, ein anderer zu werden.“ So hat es einmal die Theologin Dorothee Sölle formuliert.
Ich habe von Gott her das Recht und die Möglichkeit ein anderer zu sein. Ich darf und ich kann mich ändern. Ich habe bin frei, den ersten Schritt zu tun, in ein neues, versöhntes Leben mit Gott den Mitmenschen und mir.
Die 40 Tage der Fastenzeit laden ein, meine Möglichkeiten neu in den Blick zu nehmen. Wo ahne ich, dass Veränderung gut tun würden – mir und anderen, dass Versöhnung heilsam wäre – für mich und andere. dass Vergebung befreiend wäre – für mich und andere.