„Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.“
Joh 17,26
Der Satz, den Jesus bei seinem Abschiedsmahl spricht, erstaunt. Wieso muss der Name Gottes bekannt gemacht werden? Den Menschen um Jesus herum war Gott doch bekannt? Oder? Wieso also muss, sein Name erst bekannt gemacht werden?
Die Bibel ist bei der Namensgebung Gottes sehr vorsichtig, denn etwas zu benennen heißt, etwas einordnen, festschreiben, definieren. Und genau das, ist mit Gott nicht möglich. Gott ist und bleibt der Unaussprechliche, der unser Denken und unsere Vorstellungen von ihm immer wieder sprengt.
Dennoch machen wir Menschen uns immer wieder neu ein Bild von Gott. Jesus hat auf ganz eigene Weise den Namen Gottes bekannt gemacht. Für Jesus war der Name Gottes ein Tu-Wort. Jesus hat für sich in Anspruch genommen, im Namen Gottes zu handeln. An der Art und Weise, wie er, Jesus, gelebt und gehandelt hat, ist abzulesen, wer Gott ist: der Barmherzige, der Liebende, der Verzeihende, der Mitleidende, der Mitfühlende, der Friedvolle, der Heilende, der Kämpferische…
Wer den Namen Gottes im Sinne Jesu in den Mund nimmt, der kann nicht auf Gott verweisen, um andere Menschen zu unterdrücken, zu bekämpfen, auszugrenzen oder mundtod zu machen. Denn Gott ist der, der an der Seite der Sprachlosen und Schwachen, der Armen und Unterdrückten steht und sich stark macht für ihr Heil. Und er lädt uns ein, es ihm gleich zu tun.