Beim Lesen im zweiten Brief an die Korinther bin ich bei einem Satz hängen geblieben:
„Jeder gebe, wie er es sich in seinem Herzen vorgenommen hat, nicht verdrossen und nicht unter Zwang; denn Gott liebt einen fröhlichen Geber.“
Ich möchte sinngemäß umformulieren:
„Gott liebt eine fröhliche Mitarbeiterin, einen fröhlichen Mitarbeiter.“
Was mich an diesem Satz aufhorchen lässt, ist,
dass hier die unterschiedliche Motivation von Menschen,
die sich engagieren, in den Blick genommen wird.
„Das, was ich mache, interessiert ja doch keinen!“
„Denen werde ich es jetzt mal zeigen!“
„Die sollen mich mal kennen lernen!“
„Was bringt das denn?!“
„Was soll ich denn noch alles tun!?“
„Ich habe es doch nur gut gemeint!“
„Wenn es kein anderer tut, dann mach ich das halt auch noch.“
In solchen und ähnlichen Sätzen
kommt eine Verdrossenheit zum Ausdruck,
die ungesund ist.
Und wem solche Gedanken durch den Kopf gehen,
der sollte aufmerken.
Gerade in einer Zeit,
wo sich immer weniger Menschen in den Gemeinden engagieren,
und viele Menschen der Kirche den Rücken kehren,
ist die Gefahr groß, dass der einzelne mehr tut,
als ihm gut tut.
Ein Engagement aus solcher Motivation macht Druck,
schafft Unzufriedenheit, macht krank.
Es gibt aber auch andere Gründe,
die Menschen motivieren,
sich zu engagieren:
„Ich tue das, weil es mir selber Freude macht.“
„Ich bekomme, in dem, was ich für andere tue, soviel zurück geschenkt!“
„Es erfüllt mich einfach, wenn ich mit anderen Menschen zusammen bin“
„Wenn ich hier mitarbeite, dann spüre ich, dass ich etwas bewegen kann!“
Das ist die Art des Gebens, des sich Einsetzens,
die der Korintherbrief „fröhlich“ nennt.
Es ist eine Motivation, die aus dem Herzen kommt.
Menschen, die sich mit Freude
und „einfach so“ engagieren,
erreichen oft,
was die Verdrossenen und zwanghaft Handelnden nicht erreichen:
Sie strahlen Begeisterung aus,
sie wirken in einem guten Sinnen ansteckend,
sie machen anderen Menschen Lust darauf, mitzumachen.
Wir alle sind Menschen,
die sich engagieren,
die sich einsetzen,
die etwas bewegen wollen,
die andere an dem,
was sie können oder haben,
teilhaben lassen.
Und ich bin froh, dass es so viele Menschen sind,
die sich in unserer Gemeinde engagieren
und dass wir dabei soviel Freude ausstrahlen!
Denn Gott liebt einen fröhlichen Geber
- Mittwoch der 11. Woche im Jahreskreis
- Lesejahr: C I, StB: III. Woche