Versöhnung

Zu  drei Gleichnissen, die von der Barmherzigkeit Gottes und seiner Liebe gerade zu den Sündern und den Ausgegrenzten erzählen (Das verlorene Schaf, die wiedergefundene Drachme und der verlorene Sohn) habe ich eine besondere Beziehung. Diese Gleichnisse rücken wir in jedem Jahr besonders in den Blick, wenn wir mit den Kommunionkindern ein Wochenende wegfahren und uns mit dem Thema Versöhnung beschäftigen.

Dabei spielt besonders die Geschichte vom verlorenen Sohn eine zentrale Rolle. Manchmal überlegen wir mit den Kindern, wie eine Überschrift über dieses Gleichnis lauten könnte. Mögliche Antworten gibt es viele:
„Der verlorene Sohn“ oder „Der wiedergefundene Sohn“,
„Vom barmherzigen Vater“ oder „Von der Freude der Versöhnung“,
„Von einem der Auszug das Leben zu lernen“ oder „Niemand kommt als derselbe zurück“
„Von dem Bruder, der sich nicht mitfreuen konnte“ oder „Von der Liebe eines Vaters zu seinen Kindern „(denn in dem Gleichnis kommt ja nicht nur ein Kind vor!)


Ich kann ganz unterschiedliche Aspekte dieses Gleichnisses in den Mittelpunkt rücken. Und es macht Spaß, dieses Gleichnis aus unterschiedlichen Perspektiven zu bedenken. Denn gerade dann werden wir darauf aufmerksam, wie sperrig der Text ist, und wir beginnen uns an ihm zu reiben. Und plötzlich entdecken wir uns mit unseren eigenen Erfahrungen in dem Text wieder: Situationen von Aufbrüchen und Scheitern, Versöhnung, aber auch Neid und das Gefühl nicht gemocht oder beachtet zu werden.

„Nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes“ (Röm 8, 31), das scheint mit eine der zentralen Aussagen dieses Gleichnisses. Dass dieser Zuspruch auch denen gilt, die ihr Leben so ganz anders Leben als ich selber, vielleicht ganz andere Werte für wichtig erachten, als ich – Das ist für mich die große Zu-MUT-ung dieses Gleichnisses.

Wir ALLE heißen Kinder Gottes und wir sind es!

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